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Messen, Prüfen, Heben

Werkstattausrüstung von Hetra

In der Oktober-Ausgabe 2008 der AGRARTECHNIK erschien ein Test des Hetra Zapfwellen-Leistungsprüfstandes W500. Hetra ist eine Marke der MAHA-Gruppe, deren Leistungsumfang wir Ihnen näher vorstellen.

Ursprung der Maschinenbau Haldenwang (MAHA) war der Gedanke des Firmengründers Winfried Rauch und sein damaliger Partner Josef Schilling, einen Rollen-Bremsprüfstand für Fahrzeugbremsen zu entwickeln. Damals war selbst beim TÜV nur eine reine Sichtprüfung üblich. Nach anfänglicher Skepsis setzte sich die Idee durch. Nach mittlerweile über 40 Jahren ist daraus einer der weltweit leistungsfähigsten Hersteller von Fahrzeugprüfständen geworden, der über eine eigene Software zur Vernetzung der Systeme verfügt und darüber hinaus Fahrzeug-Hebebeinrichtungen produziert. Zum Kundenstamm zählen Prüforganisatuionen, Automobilhersteller und Kfz-Werkstätten auf der ganzen Welt.

Hetra steht für Heben
Innerhalb des Firmenverbundes steht die Marke Hetra hautsächlich für Schwerlasthebetechnik. Dazu gehören zum Beispiel  mobile Radgreifer-Hebeanlagen, die sich für Lkw und Busse, aber auch für Traktoren und sogar Schienenfahrzeuge eignen. Pro Rad ist dafür eine mobile Einheit nötig, die jeweils über eine eigene Versorgung verfügt. Die automatische Gleichlaufregulierung steuert alle Einheiten, wobei auch individuell programmiert werden kann. Radgreifer-Hebeanlagen der neusten Generation verfügen über eine funkgesteuerte Gleichlaufregulierung und Akku-Betrieb, der ca. 30 Hübe pro Tag erlauben, deshalb besonders flexibel einsetzbar sind.

Mehrstempel-Hebeanlagen werden Unterflur eingesetzt. Auch sie sind vorrangig bei der Wartung von Nutzfahrzeugen verbreitet, die Anzahl der Stempel ist davon abhängig, welche Fahrzeuge angehoben werden sollen. Zwei-Säulen-Hebebühnen, Vier-Stempel-Hebeanlagen, Grubenheber und Klima-Servicegeräte runden das Hetra-Sortiment ab.

Leistungsprüfung bei Traktoren
Prüftechnik ist innerhalb der Maha-Gruppe eigentlich unter den Marken Maha und AIP (Automotive Industrie Products) angesiedelt. Letztere Sparte stellt vor allem Prüfanlagen her, die am Ende der Produktionsbänder von Automobilherstellern stehen.
Doch weil Hetra hauptsächlich für Nutzfahrzeugtechnik steht, wurden die Zapfwellen-Leistungsprüfstände unter dieser Marke angesiedelt, das Know-how, aber vor allem Elektronik und Sofware kommen aber natürlich aus der hauseigenen Schmiede.
Mit den Zapfwellen-Prüfständen HZW 300 und W500 ist es Hetra innerhalb kürzester Zeit gelungen, einen Marktanteil von rund 50 Prozent in Deutschland zu erreichen, wie Robert Ohneberg erklärt. Ohneberg ist bei Hetra für den Verkauf verantwortlich. „Ungefähr 80 Prozent unserer Kunden entscheiden sich für unser Produkt, weil wir als echtes Alleinstellungsmerkmal ein Funk-Handpult haben. So ist es bei den meisten Messungen nicht nötig, im dem Notebook am Schlepper zu stehen.“
Außerdem ist bei den Prüfständen von Hetra die Messung am Durchtrieb möglich. Damit lässt sich auch die Leistungsaufnahme von Anbaugeräten ermitteln. Ohneberg stellt die Synergien zwischen Mutterhaus und Hetra heraus, die sich vor allem beim Know-how über elektronische Motorensteuerung aber auch bei der eigenen Softwareprogrammierung bemerkbar machen.
Außerdem sei Hetra der einzige Hersteller, bei dem es alle aus einer Hand gebe: Prüfstand sowie Verbrauchs-, Abgas- und Partikelmessgerät.
Doch über eins ist sich Robert Ohneberg im Klaren: „Der Markt bei Zapfwellen-Leistungsprüfständen ist begrenzt und ein reiner Verdrängungswettbewerb in Deutschland, bei dem sich das bessere Produkt durchsetzten wird. Im Zentrum unserer Aktivitäten steht daher die ständige Weiterentwicklung unserer Prüfstände. Mittelfristig werden wir sicherlich in Dimensionen von 650 kW Dauerleistung vordringen. Aber auch im Export sehen wir noch Potenzial.“
 
Gesamtkonzern
Die Maha hat mit rund 800 Mitarbeitern am Standort Haldenwang im Allgäu sowie weiteren 200 weltweit im letzten Jahr einen Umsatz von zirka 145 Millionen Euro gemacht. Der Vertrieb der Produkte erfolgt ausschließlich über das MAHA-Vertriebsnetz und den Fachhandel.  In Deutschland sind 26 Partner für das Unternehmen tätig. Maha ist in insgesamt über 130 Ländern aktiv. Einer der größten Aufträge in der Firmengeschichte wurde im Jahr 2007 getätigt. Der TÜVTÜRK orderte 491 komplette Prüfstraßen. Das Projekt wurde in nur 12 Monaten komplett abgewickelt, was die Leistungsfähigkeit von Maha unterstreicht.
Das Unternehmen gehört zu den größten Arbeitgebern in der Region und ist stolz auf die hohe Fertigungstiefe, die rund 85 Prozent beträgt. Dabei gilt es immer, so verschiedene Bereiche, wie den Stückzahlträchtigen Markt an Scheren-Hebebühnen (hier wird am Band produziert) und so individuellen Produkten wie Prüfstraßen unter einen Hut zu bringen. Maha hat sich darauf mit modernsten Anlagen, wie einem Hochregallager, Laserschneidetechnik und Abkantbank eingestellt.
Doch Maha liefert nicht nur die reine Technik, sondern unterstützt die Kunden zusätzlich mit einem eigenen Bauteam bei der Planung, dem Layout und der Realisation von Prüfhallen und Werkstattbetrieben. Und weil nicht nur die Kfz- und Nutzfahrzeugtechnik immer komplizierter wird, sondern auch die Prüftechnik immer anspruchsvoller sind Schulungen für Werkstattmeister, Betriebsleiter und Prüftechniker immer mehr ein Thema.

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